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freie Texte
Acht Gedichte |
| I. |
Prophezeiung 2008
Für Amy Winehouse
Soulröhre, Diva
Nennen sie dich
Gedankenlos und
Lichten dich ab
Deine Pickel
Wunden
Zahnlücken
Deine Verzweiflung
Besoffenes Heulen
Lallen Stolpern
Immer weiter
Immer weiter
Amy
Bald hast Du ihn
Den Fluss
Zum Hades
Überquert
In Bausch und Bogen
Mit Crack und Sperma
Im zarten Leib,
Engel auf Koks
Man riechts beim
Dich anschaun
Du hast dich lange
nicht gewaschen
Nach drei Drinks
ist Dir inzwischen schlecht
Aber der Schnaps
hat doch immer geholfen
The show must go on
Und dann die Titel
Auf den Zeitungen
So sexy, Muse, sonstnochwas
Du singst. Du kannst es.
Und es gibt ja noch was Andres
Als Promille
Alle Löcher freun sich
Wenn was reinkommt
Andere hatten es doch
Viel viel
Schlechter, Amy
Sicher Daddy
Doch die Leere ist zu groß
Nur der satte,
geile
fette
Tod
Wird mich ausfüllen. |
| II. |
Mammographie
Im weißen Raum
die Brust gepresst
seltene Blume
im eisernen Album.
Der Hals
auf dem die Kette rollt
empfängt geneigt
den Streich:
die Diagnose.
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| III. |
Girls
Sie tappen durchs Dunkel
Super super bin so froh ist so schön
hacken mit ihren Stilettos
Löcher in rote Teppiche
Super super supertoll
Brüste wie Trophäen vor sich her
tragen sie,
schleppen die Last des Stumpfsinns
Super echt bin so froh
kein Blitzlicht erhellt
das ahnungslose Hirn
wie geil ist das denn.
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| IV. |
Der letzte Tag
Er nimmt die Bahn,
nimmt die Füße
fährt, läuft treppauf, treppab
horcht an
Wohnungen,
in denen sie
leben,
die er gekannt hat,
geliebt, geliebt und
nicht gekannt,
er zieht Kreide
aus der Tasche
sie wird immer kürzer,
schreibt auf
die Türen
HIER WOHNT EIN SCHLECHTER MENSCH.
Danach stirbt er ruhig
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| V. |
Weißt du,
dass du nach Kräutern
riechst
und wohl gefasster
Häuslichkeit.
an einen Mast gelehnt
starr ich aufs Meer
und spucke
auf die Planken meines Schiffes.
Daheim kämmst du
dein Haar, das dichte, blonde, dir
und wartest darauf
dass ich dich besitze.
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VI. |
Der hochnäsige Gummibär
Und ihr?
Ihr könnt mir viel
erzählen von Kinderlippen, Zahnlücken
und geizig kleinen
Mündern im Büro.
Was mich erwartet,
ist ein süßer Hauch
und Lippen, glitzerndrote
packen mich -
der letzte Schimmer Licht verschwindet
ich liege auf dem
weichen Zungenbett.
Dann es wird dunkel.
Ich bin so stolz, dass mich ein Engel kaut.
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VII. |
Lieber Wolf
Lock mich
bring mich vom Weg ab
zeig mir das Dickicht
das Unterholz
friss mich rasch
mit Haut und Haar
leck dir die Schnauze
und hab keine Angst
morgen bin ich wieder da
am Weg
zum Locken
zum Abbringen
zum Zeigen
zum Fressen.
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VIII. |
Gesehen. Geträumt.
Komm! Geflüstert, ich,
und klackklackklack
erscheint er, seine Sohlen
unanständig laut
auf den Bodenkacheln im WeCe
Calcedonring an dem weißen Finger
Weiße Finger
auf dem Clospruch vor uns
Lieb mich aber tot-
Nun sind wir nur noch da
um stoßweis
zu vermeiden den
Gestank des Ortes
einzuatmen:
dafür!!!
- Sag ich zitternd,
Dafür, dass du Grübchen
tief wie Brunnen hast
und dass du da warst
wo kein andrer war und
eine Leimspur
legtest durch den Saal
für mich- |