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Gedichtband "Weit gehen" |
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Erschienen im Oktober 2009 im Schiler-Verlag.
KRITIK
- Sächsische Zeitung, 30./31. Januar 2010: Abdruck zweier Gedichte aus "weit gehen" im Magazin
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Lesermeinungen zum Buch können Sie auch nachlesen unter Amazon.de.
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Desweiteren findet sich eine Besprechung auf Lyrikwelt.de
- Literatur MOZ (Märkische Oderzeitung), Montag, 21. Juni 2010
LESUNGEN:
16. Juni 2010 Lesung Eva Förster und Jenny Erpenbeck im Salon des Kulturhauses Mitte in der Auguststraße
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Newsletter Autorinnenvereinigung Amelia. 8/2010
REZENSION
„Weit Gehen“ Gedichte von Eva Förster
rezensiert von Sylvia Tornau
Mit ihrem Debüt als Lyrikerin wagt sich Eva Förster, Publizistin und Theaterkritikerin mitten hinein ins Menschliche. Sehnsüchtig, wartend, trauernd und gierend, die Texte lesen sich wie situationsabhängige Zusammenfassungen menschlichen Lebens, gesprochen von der Stimme aus dem Off. Gerade das scheinbar Unbeteiligtsein dieser Stimme, die den Beobachtungen zugrunde liegende Lakonie ermöglicht der Leserin ein Beteiligtsein, ein Hineingezogenwerden in den Text, die Situation. Dieses seziermesserscharfe Hindeuten auf das ‚Hier, Jetzt und So ist es’ kann sich einen Augenblick, eine Zeile später allein durch ein Augenzwinkern, eine leichte Bewegung der Luft oder das Eindringen eines Gedankens in den Kopf der Leserin in das genaue Gegenteil des eben klar Empfundenen wandeln. So z.B. in dem Gedicht „Der Kriecher“: Da saß er./ Sein Schließmuskel/ entließ/ Wirbel/ für Wirbel./ Als alles heraus war,/ fiel er vornüber./ Die Menschen staunten/ und sagten:/ Seht an, er hatte ein Rückgrat!
Die Gedichte in diesem Band wecken tief in uns schlummerndes Wissen und offene Seins-Fragen. Beim Lesen wird klar, da ist sich eine ganz nah und stellt sich dem Leben maskenlos, erwartet Befriedung der eigenen Seele im Inneren, in der Akzeptanz der eigenen Vielheit. So gelesen in „Erkenntnis“: In mir hockt ein Kind/ mit Matrosenkragen/ und wenn SIE die Braue hebt,/ bekomm ich’s mit der Angst.
Eva Förster gelingt in ihrem Gedichtband der Spagat zwischen den kleinen Details des alltäglichen Lebens und den dahinter liegenden großen Gedanken. Die Mechanismen der Verunsicherung, das Wechselspiel von anziehen und abstoßen, von Stillstand und Bewegung werden ebenso schonungslos aufgezeigt wie die Gier in Liebesbegegnungen und der Schmerz von Abschieden. Die Gedichte beschönigen nichts, aber sie verdammen auch nicht. Sie sind dem Leben zugewandt. Ein wenig atemlos vielleicht, angesichts der allgegenwärtigen Vergänglichkeit, aber immer Ja-Sagend zum Sein, zum Leben.
Mit dem vorliegenden Gedichtband lädt die Autorin ein zum Lebens-Ja, in jeder Sekunde, in jedem Innehalten und Vorwärtsstürmen. Symbolisch für diese Einladung scheinen die letzten drei Seiten des Bandes: drei leere, linierte Seiten, auf denen die Leserin ihre eigene Fortsetzung schreiben kann.
Unbedingt selber lesen und verschenken! |
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Literatur MOZ (Märkische Oderzeitung), Montag, 21. Juni 2010
Jenseits von lyrischer Scheinidylle Der erste Gedichtband Eva Försters Von UWE STIEHLER Mit ihren Gedichten malt Eva Förster dunkle, märchenhafte Allegorien, sich umkreisende, sich entdeckende Herzen und anrührende Abschiede nach. Sie erzählt von Liebessehnsucht und Beziehungsunfähigkeit. Sie erzählt von koketten, duldenden, liebestollen Frauen und von Männern, die auf der Flucht sind vor sich selbst, unfähig Schmerz zu empfinden. „Durch ihn geht der Wind“ schreibt sie in ihrem Gedicht „Er“. Sie hat es in dem Büchlein „Weit gehen“ veröffentlicht. Mit ihm legt sie zum ersten Mal eine Sammlung ihrer feinsinnigen Gedichte vor. Eva Förster, Jahrgang 1968, kommt aus einem künstlerischen Elternhaus. Ihr Vater Wieland Förster, der in Wensickendorf bei Bernau lebt, gehört zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Gegenwart. Aber nicht nur Skulpturen hat er geschaffen. Wieland Förster konzentrierte sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr aufs Schreiben. Zuletzt erschien 2009 im Berliner Lukas Verlag sein Briefroman „Der Andere“, den Förster zu DDR-Zeiten nicht hatte veröffentlichen dürfen. Eva Förster hat sich künstlerisch freigeschwommen von ihres Vaters Erbe. Die Frau, die in Berlin und Paris Theaterwissenschaften und Romanistik studierte, findet eine Sprache, die sich nicht in Gefühlsduselei verliert. Sie skizziert, was sie an Seelenlandschaften und inneren Kämpfen beobachtet. Sie erzwingt keine Harmonie, keine lyrische Scheinidylle. Was sie schreibt, erscheint sehr ehrlich, weil sehr nah an ihr. Ihr Ton wechselt zwischen melancholischer Grundstimmung und leichteren, auch humorigen Zeilen. Wie in „Entschluss“: „Ich bin ein alter Hund/ male ohne Zähne/ ständig furzend, kriech ich/ nachziehend ein Bein/ zur Autobahn/ und bind mich an/ ich setz mich selber aus.“ Eva Förster: „Weit Gehen“, Verlag Hans Schiler, Berlin, 74 S., 16 Euro |
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