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Radio Texte:
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Radio-Feature:
DeutschlandRadio 2002, Titel der Sendung: "Familie heute"
O-Ton 6:  
Tim 677: „Wir ham da auch richtig Freunde verloren. Wir hatten versucht, ... von unserer Seite haben wir gedacht, es hat sich ja gar nicht so viel geändert. Wir können jetzt gewisse Sachen nicht mehr tun, wir sind nicht mehr so frei verfügbar, aber wir wollten das halt umkehren und haben zum Beispiel zu uns eingeladen und haben gesagt, wir haben ein offenes Haus und haben die Leute teilhaben lassen. Aber ich denk dass natürlich ein ganz anderer Lebensart und Rhythmus dann ist und nicht jeder hat Lust, dann immer bei der Familie vorbeizuschauen oder bei dieser Kleinfamilie, wir gingen damals immer als die Kleinfamilie oder das Kleinfamilienprojekt durch, mitzutun und sich Gespräche über Kinderkram anzuhören.“
Spr.: Einen Trend zur Familie beobachtet Tim eher nicht. Viele seiner Freunde lassen sich Zeit. Während bei Frauen über Dreißig die gefürchtete biologische Uhr sich mit vernehmlichem Ticken meldet, können Männer den Kinderwunsch bis ins hohe Alter verschieben. Peter und seine Freundin sehen sich im Moment weder von ihrer Umgebung noch von irgendwelchen inneren Uhren gedrängt. Peter ist 39 Jahre alt und macht im Moment eine Umschulung zum Tourismusassistenten.
O-Ton 7:  
Peter 047:
„Ich denk erst mal, dass ich mein Leben lebe, bis ich selbst feststelle, aha, jetzt ist es Zeit oder ich bin reif, ja, sagen wir mal eher reif für ne Familie. Das hängt auch natürlich mit der Partnerin zusammen, das soll ja nicht unabgesprochen sein, Kinderwünsche werden erst noch mal ein bisschen hintangestellt, es geht mir auch dabei nicht ums Alter, weil ich fühl mich dann auch nicht zu alt, um eine eigene Familie zu gründen, bloß ich will den Zeitpunkt selber bestimmen --- Umfeld.“
Spr.: Er fügt hinzu, die Ernährerrolle sei ihm noch fremd. Nicht nur Peter macht das Gefühl, Frau und Kind unterhalten zu müssen, Bauchschmerzen. Ein Trost ist vielen, dass Frauen entschlossen sind, nach dem Babyjahr die Arbeit wieder aufzunehmen.

Zitator:
Kinder fressen einem die Haare vom Kopf. / In der Ehe hat man Probleme, die man ohne dieselbe nie hätte. / Familie ist eine moderne Form der Folter.
Spr.: Stammtischreden? Auf dem Spielplatz sitzen der sechsjährige Aziz und die siebenjährige Emilia. Sie erzählen sich, warum sie mit ihren Müttern allein leben. Emilia berichtet von ihrem Vater, der der Mutter stank. Er trank einfach zuviel Bier und musste gehen. Aziz erwidert kurz und bündig, sein Vater habe immer wieder Versprechungen gemacht und davon nicht mal eine gehalten. So schwer, so einfach. Allein erziehen? In Wohngemeinschaften? Oder in den sogenannten Patchwork - Familien? Wo der erste Mann und dessen Kinder mit dem zweiten Mann und dessen Kindern Fasching feiern und sich niemand mit der Mutter aller Kinder streitet? Barbara war dabei, als ihre Verwandtschaft auf diese Weise Party machte. Sie war erstaunt, was die Zehn- bis Zwölfjährigen improvisierten:
O-Ton 8:  
Barbara 475: „Und diese Kinder haben ein Theaterstück aufgeführt, ‚die Prinzessin als Tod’. ... Und da tritt der Tod auf ... und der Tod wird in die Prinzessin verwandelt. Und der Tod beschwert sich, dass er ne Prinzessin geworden ist, ach, wenn ich ne Prinzessin bin, dann muss ich ja heiraten. Das war der größte Horror. Das war so aus dem Unterbewusstsein.“

 

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