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Titelseite zum Programmheft "Stella" Sommer 1999 Öffentlichkeitsarbeit/Dramaturgie für das Sommertheater (sker'tso:zo) ("STELLA") mit Programmheft u. selbst geschriebenem fiktivem Briefwechsel
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(Ein fiktiver Text mit Auszügen aus Goethe-Briefen des Jahres 1775, dem Entstehungsjahr von STELLA)

 

Fernandos Tagebuch

9. März 1775

Seit mich ein Herr Johann Wolfgang Goethe vor einiger Zeit erfunden hat, geht mein Lied so: "Fernando ist ein armer Mann, weil er sich nicht entscheiden kann." Aber will ich mich überhaupt entscheiden?
Eine so unfähige Bühnenfigur zu sein, ist nicht einfach. Ich muss zunächst einmal mehr über diesen Goethe erfahren, vielleicht hilft mir das ja, ein Geschöpf von Farbe zu werden. Im Moment fühle ich mich ganz schwach. Warum mich zwei Weiber vergöttern, verstehe ich nicht. Aber es gefällt mir, natürlich!

Vor drei Tagen schickte mein Schöpfer, der, wie ich inzwischen weiss, erst 26 Jahre alt ist (also viel jünger als ich) an seine fünf Jahre ältere Freundin Johanna Fahlmer die ersten Bogen des Stückes, in dem ich vorkomme.

Stella heisst es. Ich frege mich, warum es nicht Fernando heisst. Bin doch ich es, der sich hin- und hergerissen fühlt.

Warum Stella?

Faksimilé aus dem Programmheft zu "STELLA"Sicher, Stella ist ein schwärmerisches, kluges und mutiges Weib. Aber Cäcilie doch auch. Und erst die kleine Lucie!!!!! Alle lieben mich und wollen mir dauernd verzeihen. Es ist sonderbar, wie es um der Frauen Herz steht. Wüsste ich nur, was sie an mir finden. Ja, gut sehe ich wohl aus, stattlich gar. Und seit ich gekämpft habe gegen die Freihei der Korsen bin ich wohl auch gebräunt und männlicher geworden. Das Leben könnte schön sein. Aber dieser Goethe muss mich ja mit seienn eigenen Problemen ausstatten.... Sei's drum.

Wie mich plagt ihn das schlechte Gewissen. Er sucht sich zu junge oder verheiratete Freuen, um sie zu vergättern. Aber binden will er sich nicht. Dann muss er fliehen und das macht ihm wiederum Kopfzerbrechen.

- Ich gehe ins Wirtshaus.

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