Eva Förster

In den sechziger Jahren wurde ich in Berlin-Prenzlauer Berg geboren. Ich wuchs im vierten Stock eines schönen Mietshauses auf, ging zur Schule und machte Abitur. Danach musste ich zwei Jahre auf mein Studium der Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität warten. Praxiserfahrungen waren in der DDR großgeschrieben. Überdies fanden mich die Prüfer bei meiner ersten Bewerbung ideologisch nicht sattelfest genug. Mein Wunsch, Theaterkritikerin zu werden und mein Ansinnen, wie der RIAS-Kollege Friedrich Luft zu schreiben und zu sprechen stieß nicht auf begeisterte Ohren, wie man sich heute denken kann.

Ich zog mit 18 Jahren in eine eigene Wohnung und arbeitete in Erwartung meiner nächsten Aufnahmeprüfung zwei Jahre in der Dramaturgie am Berliner Ensemble (Brecht-Theater), las soviel ich bekommen konnte, war überall mit dabei und schrieb nach der Abendregie Berichte, die den Schauspielern zur Verfügung standen (kleine Abendkritik, sozusagen).

Für das Brecht-Zentrum stellte ich eine Materialsammlung über die Aufführung von Brechts „Untergang des Egoisten Fatzer“ zusammen.

Es folgte das Studium der Theaterwissenschaften und der Romanistik in Berlin (Humboldt-Universität) und Paris (Nouvelle Sorbonne). Ich hospitierte, bzw. machte Praktika bei Ruth Berghaus und Joachim Herz (Semperoper Dresden). Und, ich schrieb für die Zeitung „Neue Zeit“.

Mitte der Neunziger, nach einer kurzen Hospitanz an der Deutschen Welle Berlin (Radio), machte ich mich –zunächst noch ohne eigenes Telefon- als Hörfunk- und Zeitungsjournalistin selbständig. Nebenbei machte ich Theater, gab Sprachunterricht, korrigierte fremde Texte.

2000 kam mein Sohn zur Welt – das größte Glück.

Ich schrieb zwei Gedichtbände und meine Texte erschienen in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen. Mein 60-minütiger Hörspielerstling „Die zweite Frau“ wurde im Mitteldeutschen Rundfunk uraufgeführt.

Im Moment arbeite ich an meinem dritten Lyrikband. Mein Geld verdiene ich mit freier Arbeit für den MDR-Hörfunk (Essay und Feature) und mit Theaterkritik und Porträts für die Märkische Oderzeitung Frankfurt.